Konfliktmanagement bei deutsch-chin. Wirtschaftsbeziehungen

Luoding Lammel-Rath

 

Konflikte sind normal

Ein Blick in die Zeitungen ergibt: mindestens 80 Prozent aller Meldungen und Kommentierungen befassen sich mit Konflikten, deren Lösung und deren Vermeidung. Kriege, Firmenübernahmen, Gerichtsverhandlungen, aber auch Verträge und Absprachen sind Ausdruck oder Ergebnis tatsächlicher oder gelöster Konflikte. Dies zeigt: Konflikte sind unvermeidbares Element des menschlichen Lebens.

Deutsche Geschäftsleute beherrschen, ob bewusst oder nicht, Techniken zur Konfliktvermeidung oder –lösung im Umgang mit westlichen Partnern. In China gelten aber andere Regeln.

Der Juniorchef läuft ins Leere

Beispiel: Herr XY, Juniorchef eines mittleren Unternehmens, ist erstaunt, dass bei seinem Blitzbesuch in China kein rascher Geschäftsabschluss mit einer Vertriebsfirma gelingt. Schlimmer noch, nach einer zunächst freundlichen Begrüßung in Shanghai und einem opulenten Essen mit den chinesischen Chefs hatte man offenbar kein Interesse mehr, konkrete Geschäfte zu erörtern und Nägel mit Köpfen zu machen. Abreise ohne Ergebnis und hohe Reisekosten. Ärger. Nie mehr China!

Armer Juniorchef. Dabei war alles so gut vorbereitet. Die mögliche Partnerfirma fand sich im Internet, die IHK gab Tipps zu Reisen in China, das Generalkonsulat hatte einen Dolmetscher vermittelt und Mandy, Herrn XY’s hübsche Sekretärin, hatte Termine und Business-Flug perfekt organisiert.


China ist nicht Europa

Was ist da schief gelaufen? So ziemlich alles. Herr XY hat, ohne es zu wollen, Konflikte produziert, die auch nicht aufgelöst wurden. Er hat ganz einfach seine erfolgreichen Erfahrungen mit deutschen, dänischen und holländischen Geschäftspartnern auf China projiziert, ohne die „chinesische Seele“ zu begreifen. Gedankenlosigkeit? Ja, denn China ist nicht Europa.
Die westliche Welt befindet sich seit der Französischen Revolution, das heißt seit mehr als 200 Jahren, auf einem letztendlich gleichgerichteten Weg mit gemeinsamen Wertvorstellungen, Regeln und Denkweisen. Dabei lassen wir oft außer Acht, dass China in die Entwicklung der westlichen Welt nicht eingebunden war. China musste eigene Strategien finden, um Feudal- und Kolonialzeiten zu überwinden. Es galt, eigene soziale und ökonomische Strukturen zu entwickeln, um dem Volk eine angemessene Position in der Welt zu verschaffen. Wer diesen Grundgedanken nicht nachvollziehen kann, wird keinen Zugang zur chinesischen Mentalität finden.

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